Die Zielperspektive für die Entwicklung der „Neuen Zeche Westerholt“

In den nächsten Jahren wird auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Westerholt eines der bedeutendsten lokalen und regionalen Projekte entstehen. Neben der „Eroberung“ des ehemaligen Zechengeländes für die Bevölkerung geht es angesichts der wirtschaftlichen Situation in der Region darum, neue und zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen, die in neue Wohn- und Lebenslagen eingebunden sind. Mit dem nun erarbeiteten Masterplan sollen in Gelsenkirchen und Herten neue Akzente gesetzt werden: Hier soll ein neues Stadtquartier entstehen, das Zukunftsaufgaben wahrnehmen kann und dabei die Zeugnisse der langen Bergbautradition bewahrt.
Die umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema einer nachhaltigen Entwicklung von Städten zu fördern und ein Bewusstsein für das wichtige Zukunftsthema der Kreislaufwirtschaft zu schaffen, ist ebenfalls Ziel des Masterplans. Die Auseinandersetzung mit der Identität des Ortes hat dabei eine ähnliche Bedeutung wie der Umgang mit Materialien und Energie. Die Absicht der Planer, einen möglichst großen Teil der Gebäude, der alten Infrastrukturelemente und Materialien zu erhalten und sie zum Ausgangspunkt für die anstehende Entwicklung und das Gestaltungskonzept zu machen, wird den zukünftigen Charakter des Ortes entscheidend prägen.

Stellen Sie sich vor: Die Allee des Wandels führt künftig als übergeordnete Verbindung von der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen über den Energieberg Scholven, den Stadtteilpark Hassel und den neuen Gewerbestandort Schlägel & Eisen in Herten bis zum Zukunftsstandort Ewald auch über die „Neue Zeche Westerholt“. Dies ist Anlass, die besonderen Beziehungen und Entwicklungspotenziale zwischen der „Neuen Zeche Westerholt“ und dem Stadtteilpark Hassel herauszustellen und diese so zu einem „Labor des Wandels“ zu verbinden.
In dem neuen Stadtquartier wird die Allee des Wandels, flankiert von prägenden Gebäuden der alten Zeche, zu einer attraktiven grünen Mitte mit hohen Aufenthaltsqualitäten und wird künftig die Stadtteile Gelsenkirchen-Hassel, Herten-Bertlich und Herten-Westerholt für Fußgänger und Radfahrer verbinden.
Der motorisierte Verkehr, insbesondere für die neuen gewerblich genutzten Flächen, wird direkt an die Marler Straße angebunden. Eine ferne Zukunftsvision ist die Vernetzung der südlich der Bahn gelegenen Wohnquartiere mit einer Brücke über die Bahnlinie hinweg bis zu den im Norden ins Münsterland übergehenden Landschaftsflächen.

Stellen Sie sich vor: Das Gelände der „Neuen Zeche Westerholt“ gliedert sich in vielfältige und eigenständige Quartiere mit unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten und Atmosphären. Zentral gelegen am alten Haupteingang der Zeche und von den Bestandsgebäuden geprägt befindet sich das neue „Hybridquartier“. Hier könnten Angebote für die Kunst- und Kreativwirtschaft oder auch gastronomische Angebote mit einladenden Außenbereichen entstehen. Fest steht bereits jetzt, dass der Umbau der beiden Torhäuser zu einem Energielabor im Rahmen der „Nationalen Projekte des Städtebaus“ gefördert wird – der erste Baustein der „Neuen Zeche Westerholt“ wird also schon zeitnah umgesetzt.
„Hybridquartier“ bedeutet Wohnen und Arbeiten in einem Quartier. Besonders die Lage an der Egonstraße und somit in direkter Nachbarschaft zu den bestehenden Wohnflächen eignet sich für die Entwicklung von Wohnangeboten, die es bisher in Bertlich und Westerholt noch nicht gibt. Westlich und südlich auf dem Zechengelände entstehen in dem Gewerbecluster und der Gewerbeschiene Bauflächen für Unternehmen und Handwerksbetriebe. Insbesondere kleinere gewerbliche Betriebe aus den angrenzenden Stadtteilen mit Erweiterungsbedarf könnten von dieser stadtteilbezogenen Lage profitieren.

Stellen Sie sich vor: Im hinteren Bereich der Geschwisterstraße und im direkten Übergang zur Bahnhofstraße entstehen neue Einkaufsmöglichkeiten. Im Mittelpunkt steht hier ein mit Bäumen gestalteter Quartiersplatz, der gleichzeitig Aufenthalt und Parken ermöglicht.
Ein Wohn- und Dienstleistungskomplex, auch mit kleinen Geschäften im Erdgeschoss, verleiht dem Platzraum zusätzlich ein angenehmes und attraktives Erscheinungsbild. Im Falle der Realisierung eines neuen S-Bahnhaltepunktes wäre hier dafür der optimale Standort, denn hier bestehen die besten Verknüpfungsmöglichkeiten in die angrenzenden Stadtteile.

Stellen Sie sich vor: Die ehemalige Bergehalde nördlich der Egonstraße wandelt sich zu einem neuen, gartenstädtischen Wohnquartier. Der die Fläche umgebende Baumsaum kann erhalten bleiben. Die Wohngebäude in dem Quartier liegen um einen grünen Anger mit hoher Aufenthaltsqualität. Die integrierte Lage in den Stadtteilen macht den Standort interessant für vielfältige Wohnangebote: Hier könnten neue Wohnungen für „Alt und Jung“ entstehen.

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