Drei Schwerlastkräne und eine Kohlebandbrücke

31.07.2018      Kategorie: Rückbau Bautagebuch Top

Im Juli 2018 erfolgte Stück um Stück die Demontage der alten Bandbrücke, auf der bis 1999 die auf der Zeche Westerholt geförderte Kohle zur benachbarten Kokerei Hassel transportiert wurde. Hierbei wurde erneut deutlich, welche Dimensionen der Rückbau großer Industrieanlagen einnehmen kann.

Zwei Jahre Vorbereitung und Abstimmung waren nötig, um mit dem Abriss der 480 Meter langen Kohlebandbrücke beginnen zu können. Eine Bahnlinie musste gesperrt, die Tragfähigkeit der umliegenden Straßen geprüft und eine Gasleitung, die an der alten Brücke entlangführte, in eine neue Trasse gelegt werden. Die Marler Straße musste für den Zeitpunkt der Demontage gesperrt werden. Die Kleingärtner, durch über deren Parzellen die Brücke führte, konnten ihre Gärten während der Arbeiten nicht betreten. Am Ende hätte auch noch das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen können, doch im betreffenden Zeitraum strahlte zum Glück die Sonne.

Drei wirklich große Schwerlastkräne waren nötig, um die insgesamt 80 Tonnen schwere Anlage in mehreren Etappen zu demontieren. Nachdem zwei Kräne jeweils ein Teilstück sicher an ihre Haken genommen hatten, konnten Monteure mit Schweißgeräten die Verbindungen zu den Pfeilern trennen. Hierfür schwebten sie in einem Montagekorb, der durch den dritten Kran gehalten und in Position gebracht wurde. Während Schweißarbeiten achtete die Feuerwehr zudem darauf, dass kein Feuer durch Funkenflug enstehen konnte. Danach wurden die Teilstücke von den Kränen vorsichtig abgelegt und zur vollständigen Demontage auf das Gelände der ehemaligen Zeche gebracht.

Mit der Entfernung der Bandbrücke ist die Verbindung zwischen ehemaliger Zeche und dem Gelände der Kokerei Geschichte – dafür ist der Stadtteilpark Hassel ein gutes Stück näher gerückt.